„Jedem Bürger sein Brathuhn!“

„Jedem Bürger sein Brathuhn!“

In der Zeit des Biedermeier wurden Gemütlichkeit und Häuslichkeit großgeschrieben

„Jedem Bürger sein Brathuhn!“ ist ein Motto biedermeierlichen Speisens von 1814 bis 1848, also der Jahre, in denen Johann Philipp Bronner seinen Hausstand in Wiesloch gründete und weiter etablierte. „Biedermeier“ werden diese Jahre genannt, die mit der Zurückdrängung des mündigen, politisch denkenden Bürger einhergehen.

Nach der französischen Revolution, nach Herrschaft und Sieg Napoleons und ganz besonders nach dem Wiener Kongress (1814/15) kam es zu Unterdrückung der Freigeister, zur Restauration alter Herrschaftsverhältnisse und zur politischen Reaktion. Eine freie politische Meinungsäußerung der Bürger sollte durch Bespitzelungen und Zensur im Keim erstickt werden. Dies drängte die Bürger in ihre häusliche Atmosphäre und damit zu harmlosen Dingen zurück.

Gemütlichkeit und Häuslichkeit wurden großgeschrieben

Gemütlichkeit und Häuslichkeit wurden großgeschrieben. Man traf sich zum gemeinsamen Musizieren, zum Lesen von Büchern oder zum Imbiss. Die Speisezimmer waren behaglich möbliert und die meist kostbaren Esstische aus Eiben- oder Kirschholz mit schönen Intarsien erhielten zum Schutz erstmals ein farbiges Tischtuch. Die Tafelservice waren im Stil des Rokoko (verschnörkelt) oder des Empire (klassisch-geometrisch) und zeigten Streublümchen oder Banddekor. Die Hauptmahlzeit bestand aus einer Suppe, gekochtem Rindfleisch mit Sauce, Braten und Gemüse. Das Biedermeier ist die Erfindungszeit herrlicher Speisen, die heute noch geschätzt werden: Wiener Schnitzel, Gulasch, Geselchtes, Kraut und Knödel und vieles mehr.

Eine österreichische Gastwirtstochter beschrieb das als Zeitzeugin so: „…Kaffee war damals noch wenig gekannt, und es gab daher Morgensuppe […] Bei den Herrschaften waren Chocolad und Weinsuppe gebräuchlich […] Jeder Tag hatte im Bürgerhaus seine bestimmte Speise. Von der Suppe angefangen wiederholten sich die meisten Tage, jede Woche dasselbe, nur Sonntag und Donnerstag […] wechselten. Sonst waren Suppe, Fleisch und Gemüse und das warme Nachtmahl am selben Tag gleich.“ (Ingrid Haslinger. Augenschmaus und Tafelfreuden. Klosterneuburg, 2001. S. 64ff)

Bei den Bürgerfamilien zog der „service á la russe“ ein

Zwang in jeder Form war beim Speisen verpönt. Die Kinder wurden in der Küche „abgefüttert“, steife Zeremonien, wie beim Adel gebräuchlich, und alte Etikette ignorierte man. Während Wilhelm von Baden mit seiner großherzoglichen Familie im „schwedischen Speisezimmer“ zu Karlsruhe – auch Napoleon hatte hier gespeist und laut Aufzeichnungen des jungen Markgrafen gar keinen guten Eindruck bei Tisch hinterlassen – noch nach den „service á la francaise“ speiste, also alle Gerichte einer Mahlzeit/ einer Speisefolge kamen auf einmal auf den Tisch, was dazu führte, dass das eine oder andere Gericht schon vor dem Verzehr kalt geworden war, zog in den biedermeierlichen Bürgerfamilien das „service á la russe“ zwar zögerlich aber doch langsam ein.

Ein eher „leer“ wirkender Tisch wurde ersatzweise für die einst so überbordende, gleichzeitige Fülle der Schüsseln, Platten und Schalen mit einer Tischdekoration optisch aufgehübscht. Man griff zum Tafelaufsatz mit Konfekt, zur abendlichen Kerze oder zum Blumenarrangement. Einfaches galt es hübsch und appetitlich zu dekorieren: „ Beym Garnieren der Schüsseln hat man keine andere Absicht, als die einladende Appetitlichkeit eine Speise zu erhöhen; wir folgen darin dem Maler […] Selbst mit Petersilie, geriebener Semmel, Schnittlauch usw. bestreuen wir die Schüsseln und Speisen nur deßwegen, damit unsere Speisen ein desto schöneres Aussehen erhalten.“

Bronner’sche Gartenhaus als biedermeierliches Speisezimmer

Am „Tag des offenen Denkmals 2017“ präsentierte sich das Bronner’sche Gartenhaus als biedermeierliches Speisezimmer und wurde so zum absoluten Publikumsrenner. Angelehnt an ein Kochbuch, das der Bronner-Zeitgenosse Carl Spitzweg für seine Nichte geschrieben hatte, griffen wir in die „fiktive Mottenkiste“ und zauberten „Dem Herrn Apotheker seine Leib-Speisen“ auf den Tisch: Als Vorspeise eine Kräuter-Soup, als Hauptgang einen gespickten Rehrucken mit allerlei Wurzelgemüs und Knödln. Als Dessert schließlich Caffe und allerley Delicioses. Den Besucher, dem das noch zu wenig war, verwöhnten wir mit einer Haus-Führung über biedermeierliche Speisekultur.

Oder war alles ganz anders zuhause bei den Bronners? Alles würziger und viel deftiger?

Hören wir doch einmal kurz hinein: Es klopfte leise an der Türe und die Magd trat herein. „Es steht im Nebenzimmer ein Imbiss bereit, Wein und Brot und etwas Käse.“ … “Wenn die Herren mir folgen wollen“, sagte Bronner und ging voraus in das ebenfalls matt erleuchtete Nebenzimmer. Dessen Einrichtung war einfach, aber geschmackvoll und gediegen Auf dem runden Tisch, auf welchem die Lampe stand, waren irdene Teller, Gläser, Brot und Beilagen aufgetragen. Der Apotheker rückte den Herren die Stühle zurecht, nahm die Weinflasche in die Hand und besah das Etikett…“ (Karin Hirn. Der Garten des Apothekers. Karlsruhe, 2011.S. 92 ff).

Oder sogar so, wie damals im großherzoglich Karlsruher Schloss?

„In diesem Moment war ein leises Händeklatschen zu hören, die Flügeltüren zum Speisezimmer waren lautlos geöffnet worden und gaben den Blick auf eine reich gedeckte Tafel frei […].Ein Lakai brachte den Apotheker an den für ihn bestimmten Platz an der Tafel und bediente ihn mit Speisen und Wein. […] Schräg gegenüber, aber doch etwas weiter entfernt, konnte der Apotheker das Markgrafenpaar an der Tafel beobachten. Dort drüben war man in lebhaftem Gespräch, an dem sich auch die Prinzessin Sophie beteiligte. Der Apotheker beobachtete, wie die Diamanten an ihrem weißen Hals blitzten, er sah die weichen und eleganten Rundungen von Hals und bloßen Schultern, er sah ihre lebhaften Augen und er bewunderte im Stillen und ganz unbemerkt ihr Lächeln und ihre Sicherheit, mit der sie sich an der Konversation beteiligte.“ (S. 74)

Wer weiß es heute in unserer modernen Zeit und wer kann schlußendlich in die wahren Begebenheiten hineinschauen?

„Leichtes und wohlfeiles Mittel gegen den Biß wüthender Hunde“

„Leichtes und wohlfeiles Mittel gegen den Biß wüthender Hunde“

 

Das „Magazin für Pharmacie“ als biedermeierliches Wissens-Kompendium nennt 1827 seltene Wildrosen auf Wieslocher Gemarkung – Kulturverein Johann Philipp Bronner plant Wiederansiedelung dieser Rosen

Von Karin Hirn

Was tun, wenn man von einem „tollwüthigen“Hund gebissen worden ist? Welche Apfelsorte ist die beste? Was blüht und wächst denn auf dem Wieslocher Gewann „Hässel“? Auf all diese unterschiedlichen Fragen weiß das „Magazin für Pharmacie und die dahin einschlagenden Wissenschaften“, herausgegeben von Dr. Ph. L. Geiger in Karlsruhe und erschienen 1827 ebenda in der Müllerschen Hofbuchhandlung, umfassende Antworten.

Früher war die Apotheke ein „Gesundheits-Krämerladen“

Der Band, der original im Internet als E-Book einsehbar ist, vereinigt viele verschiedene Aufsätze unterschiedlichster Pharmazeuten und Naturwissenschaftler aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts und zeigt, dass die Naturwissenschaften zu damaliger Zeit keineswegs denen heutiger Zeit entsprachen. Blättert der interessierte Leser den Band durch, so stößt er auf die verschiedensten Disziplinen: die Pharmazie, die Chemie, die Botanik, die Physik, die Biologie, die Mineralogie und „Nebengebiete“, die sich unter anderem mit Krötengift und dessen Wirkung oder der Blut-Sektion der gerichtlichen Anatomie beschäftigen.

Alles wichtige Informationen für die Ausbildung von „Apothekengehilfen“ und Pharmazeuten des frühen 19. Jahrhunderts, war doch damals die Apotheke eher eine Drogerie oder ein „Gesundheits-Krämerladen“, in der es vom Wurmmittel bis zu den Hilfsmitteln des Einkochens von Säften und Obst so ziemlich alles gab. „Interdisziplinär“ war damals das Schlagwort der in überschaubarem und bescheidenem Maße existenten und sich erst langsam entwickelnden Naturwissenschaft, die noch nicht in umfassende Einzeldisziplinen zersplittert war.

Ei und Eichenstaub gegen den „Biß tollwüthiger Hunde“

So widmet sich der Sammelband neben Ratschlägen, beispielsweise wie Chinin oder Indigo anzuwenden seien, auch dem Übel von Gallensteinen und dem Cholesterin. Die Aufsätze der verschiedenen „Naturwissenschaftler“ beschäftigen sich unter anderem auch mit Mineralquellen und der Höhlenforschung, hier besonders unter dem Aspekt prähistorischer Knochenfunde. So wird behauptet, man habe Tigerknochen in der „Baumannshöhle“ gefunden. Gegen den „Biß tollwüthiger Hunde“ verordnet der Apotheker 1827 als „leichtes und wohlfeiles Mittel“ übrigens Ei und Eichenstaub. Das Buch gibt nur bedingt Auskunft, ob die Wirkung dieses „Heilmittels“ einschlagender Natur war.

Kapitel über wildwachsende und kultivierbare Pflanzen um Heidelberg

Auch den Anwendungen und Fehlern bei Giftpflanzen ist ein Kapitel gewidmet. Der Autor Prof. Dierbach wendet sich in seinem umfassenden Bericht als Botaniker und Pharmakologe den wildwachsenden und kultivierbaren Pflanzen um Heidelberg zu. Er benennt und katalogisiert alles, was er dafür als Wert erachtet.

Angefangen bei den Kirsch-, Apfel- und Birnensorten, weiter beschreibend die Reinetten, die Schlehen und Zwetschen, gefolgt von den „nackenden Frühpfirsichen“. „Unter allen Obstsorten machen die Birnen am meisten Schwierigkeit.“ (S.7) Prof. Dierbach bückt sich auch herunter zu den kleinen Kräutern und Pflanzen am Boden, wie Weiderich und Euphorbia. Dabei gleitet sein beschreibender, botanischer Katalog in die Wissenschaftssprache des 18. Jahrhunderts ab, die Beschreibungen verfasst er in Latein.

Auf den Wieslocher Höhen eine Fülle an Wildrosen entdeckt

Von Heidelberg schweiftt er ab in Richtung Süden und gelangt so nach Wiesloch und damit auch besonders auf die Höhen und Hügel der „Hässel“ und des „Köpfles“. Die Gebiete waren um 1827 noch unberührtes Wüstungsgebiet des Bergbaus bzw. es wurde dort sogar noch der Bergbau betrieben. Die Gegend mit ihrer ganz besonderen Bodenbeschaffenheit und Schwermetallbelastung hatte eine Vegetation hervorgebracht, die für jeden Botaniker eine reiche Fundgrube gewesen sein musste.

So auch für Prof. Dierbach, der dort oben auf den Wieslocher Höhen eine Fülle verschiedenster Wildrosenarten identifizieren konnte. Keine leichte Arbeit für den „Wissenschaftler“, welcher die Rosenbestimmungsbücher von Séringe, Decandolle und Trattinick kannte: „Dennoch ist es eben nicht leicht, selbst im Besitze aller dieser Hülfsmittel, manche Rosenform sicher zu bestimmen; ich bin deshalb dem Herrn Kammerrath Waitz in Altenburg, der seit vielen Jahren die Rosen zu seinen Lieblingsstudien auswählte, besonderen Dank schuldig, indem er mir schon vor 6 Jahren die ihm aus der hiesigen Gegend zugeschickten Rosen zu bezeichnen die Güte hatte, und meine Sammlung bei seiner Anwesenheit dahier im Spätjahr 1825 nochmals durchsah, doch ist seitdem wieder einiges Neue hinzugekommen…“ (S. 11 – 12)

Auf den kalkhaltigen Hügeln um Wiesloch erblühte die „Rosa germanica Maerklin“ (Deutsche Rose)

Prof. Dierbach untersuchte demnach die „Wieslocher Hässel“ auf ihr Vorkommen von Wildrosen und wurde mehr als fündig. So identifizierte er die „Rosa hybrida Schleicher“ und die „Rosa gallica hybrida Gaudin“. „In collibus calcareis circa Nußloch, Wiesloch, Maischbach (…) in locis Iunio florens“ (S.61) . Auf den kalkhaltigen Hügeln um Nußloch, Wiesloch und Maisbach blühte meist im Juni die „Rosa germanica Maerklin“ (Deutsche Rose). Der folgte die „Rosa arvensis“, eine Kreuzung zwischen der „Rosa gallica“ und der „Dt. Rose“. Die „Gallica“ („Französische Rose“) idfentifizierte er auf Äckern um Schatthausen.

Er fand auch die selten vorkommende, im Unterholz wachsende „Rosa tomentosa Smith“, auch „Filzige Rose“ genannt, „…in silvis et ad sepes, sed var“ (S.62) Danach verzeichnete er die „Haarige Rose“, („Rosa villos L.“) und die „Wein- oder Rostrose“ („Rosa rubiginosa“). (S.63) Er fand ebenfalls die „Rosa sarmentacea Woods“, „circa Wiesloch rarius occurrit“, bei Wiesloch selten vorkommend, und Unterarten der „Hundsrose“ (Rosa caninae). Prof. Dierbach war auf seinen Rosenexkursionen auf den Wieslocher Höhen wohl in guter Gesellschaft, benannte er zu seiner Zeit doch zwei Wildrosearten aus dem hiesigen Raum nach den beiden Wieslocher Apothekern Märklin und Bronner. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass er beide gut gekannt hatte.

„Maerklins Rose“

Die „Rosa Maerklini“ (Märklins Rose) war selten auf den Hügeln um Wiesloch, aber immerhin doch vorhanden – „In collibus circa Wiesloch rarissima“ (S. 63 – 64) Er beschreibt sie wie folgt: „…aculeis rectis, setis intermixtis, foliolis ovatis serratis glanduloso – rubiginosis, floribus subcorymbosis, tubis calcinis insediaris.“ Mit aufrechten Stacheln, dennoch durcheinander stehend, mit ovalen, gesägten, drüsigen Blättern – mit roten, gebogenen Blüten.

Prof. Dierbach erklärt weiter: „Speciosam dixi stirpem in honorem defuncti Maerklini, qui ante plurimos annos eius specinem voce R. pseydo-rubiginosa mecum communicavit, sed mutandum nomen erst ob Rosam pseydo-rubiginosam Léjeunii, quae nostra vix convenit.“ (S.63ff). Zu Ehren des Apothekers Märklin habe er diese Mutante der „Rosa rubiginosa“ („Weinrose“) auf dessen Namen getauft, da dieser vor Jahren mit ihm wegen dieser Spezies Kontakt aufgenommen und diese benannt habe. Ihr wirklicher Name sei aber „Rosa rubiginosa Léjeunii“.

Auch Bronner wurde eine Rose gewidmet

Diese Ehre sollte auch Johann Philipp Bronner zuteil werden, auch wenn der Botaniker dessen Vornamen nicht genau wusste: „Speciosam stirpem dixi in honorem D. Bronner pharmacopoei Wieslocensis, Botanici et Mineralogi pertissime, Rosarum cultoris strenui, qui et hanc speciem primus detexit.“ (S. 65 – 66) Dem Apotheker aus Wiesloch, diesem sehr erfahrenen Botaniker und Mineralogen Bronner, der diese Rosenart zuerst gefunden hatte, und dem tatkräftigen Rosenforscher und Kultivateur widme er seine Spezies, die in der Fachliteratur nun „Rosa canina Bronneri Waitz“ genannt werden solle.

„Ad saepe prope Wiesloch et Ladenburg, sed rara occurrit, Iunio florens.“ Selten komme sie vor, bei Wiesloch und bei Ladenburg habe er sie gefunden, im Juni blühend. Diese Unterart der „Rosa Canina“, der „Hundsrose“oder auch „gemeinen Heckenrose“, beschreibt der Forscher wie folgt: „Forte hybrida planta a Rosa rubiginosa et rosa canina, huius omnis habet caules et acules, ilius folia tubosque calcinos. Distinctissima autem nostra Rosae est Melonida oligosperma, contiret enim saepissime tantum semen unicum vel duo eaque justo majore. Forte sterilis et hybridorum more.“ „Bronner´s Rose“, eine Kreuzung zwischen „Wein-“ und „Zaunrose“, sah wie folgt aus:“ Caule ramisque armatis, aculeis maximis validis adunctis, foliis ovatis dense rubiginoso – grandulosis, floribundis corymboso umbellatis, confertis, tubis calcinis ovato – globosis hispidis, melonida oligosperma.“(S. 65 ff)

Wildrosensorte findet sich nicht mehr in Wiesloch

Die Mutante zwischen „Weinrose“ und „Hundsrose“, die „Rosa canina Bronneri“, mit ihren gekrümmten Stängel, deren Blütenblätter und Staubgefäße „beschuht“ waren, mit ihren Dornen und großen gekrümmten Stacheln, deren Blätter denen der Weinrose sehr ähnlich waren, die erhaben wuchs mit vielen Blütentrauben, diese wehrhafte, stachelige Wildrose gibt es in Wiesloch leider nicht mehr.

Kulturverein ist auf der Suche – Wiederansiedlung geplant

Der „Kulturverein Johann Philipp Bronner“ ist jedoch auf der Suche nach ihr. Unschätzbar ist dabei die Hilfe der Wildrosenspezialisten der „Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde Baden-Baden“. Sollte man fündig werden, so wird sie mit Hilfe des Kulturvereins wieder nach Wiesloch zurückkehren.

Dies gilt auch für die „Rosa Maerklini“. Es ist geplant, beide Wildrosen dort wieder anzusiedeln, wo sie 1827 von dem Botaniker Prof. Dierbach gefunden wurden. Erste Planungen dazu laufen bereits.

Johann Philipp Bronner-Rose wieder im PZN-Blumenladen „Thea“ erhältlich

Johann Philipp Bronner-Rose wieder im PZN-Blumenladen „Thea“ erhältlich

Die Bronner-Rose, eine Neuzüchtung des bayerischen Rosenzüchters Franz Wänninger, ist wieder in kleiner Stückzahl erhältlich. Die rosa gefüllte Container-Strauchrose ist im Laden der PZN-Gärtnerei „Thea“ für 24,50 Euro zu kaufen.

Eine Anschaffung für alle Rosenliebhaber und ein schönes Geschenk für jene, die in der Fremde Sehnsucht nach einen „edlen Stück Wiesloch“ haben.

Die Rosen-Neuzüchtung geht auf eine Initiative des „Kulturvereins Johann Philipp Bronner“ in Zusammenarbeit mit dem PZN und der Stadt Wiesloch zurück.
Bestellungen auch unter Telefon 06222/552178 oder gaertnerei@pzn-wiesloch.de

Zur Earth Hour:  Lesung im Hesselhof / Alte Posthalterei in Wiesloch

Zur Earth Hour: Lesung im Hesselhof / Alte Posthalterei in Wiesloch

Zur Earth Hour am Samstag, 25. März 2017, veranstaltet der Kulturverein Johann-Philipp-Bronner in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt Wiesloch sowie dem Restaurant „Artemis“ eine Lesung im Hesselhof. Von 20.30 bis 21.30 Uhr liest die Autorin Karin Hirn im mit Kerzen illuminierten Hesselhof aus ihrem neuesten Buch „Tristans Tod“. Der Eintritt ist frei. Wenn um 20.30 Uhr im Hesselhof die Lichter ausgehen, wird dieser in vielen Farben zu leuchten beginnen. Dieser Ort ist nicht zufällig gewählt. Früher befand sich an dieser Stelle die Thurn und Taxissche Posthalterei der Familie Greiff. Jacob David Greiff und Franz Koch, ebenfalls Posthalter, waren auch Gerbereibesitzer. Der Urenkel Gustav Greiff gründete im Jahre 1884 die Vereinigte Leder- und Schuhfabrik Steingoetter-Greiff. Im Umfeld des Gerbereihandwerks, der Lederfabrikation und der Schuhherstellung spielt auch der Roman „Tristans Tod“.
Die Earth Hour ist eine Aktion des WWF und findet bereits zum 11. Mal statt. Mit dieser symbolischen Aktion soll ein Zeichen für Umwelt- und Klimaschutz gesetzt werden. Die Große Kreisstadt Wiesloch beteiligt sich zum ersten Mal daran. Am Samstag schalten in der Zeit von 20.30 bis 21.30 Uhr rund 20 Einzelhändler, Praxen und Büros ihre Schaufensterbeleuchtung bzw. Lichtreklame aus. Auch die Außenbeleuchtung des Rathauses wird ausgeschaltet, zudem die Kunstwerksbeleuchtung der Kreisel.

Bronner’s „Taubenpost“

Fernkommunikation Mitte des 19. Jahrhunderts – Jenseits von E-Mail und SMS


In einem Brief vom 10. August 1840 schreibt Johann Philipp Bronner an seinen Sohn Carl: “ Nach dem 17ten August werde ich nach Österreich abreisen. Ich habe über 300 Stunden nach Tokay, mit allen Kreuzwegen werde ich 800 Stunden Wegs machen (…) Wenn ich nur wieder glücklich aus Östereich komme.“ (Quelle: Dr. Fritz Schumann: Der Weinbaufachmann Johann Ph. Bronner und seine Zeit. S.28) Wenn Bronner auf Reisen war – und er war auf vielen Reisen – dann schrieb er immer wieder nach Hause an seine Familie. Er erzählte den Angehörigen in Wiesloch von Reiseerlebnissen und wollte ihre Sorgen bezüglich seines fraglichen Wohlergehens in der Fremde zerstreuen. Reisen war in damaliger Zeit gefährlich und mühsam. Im Gegenzug erwartete er, dass auch seine Frau und seine Kinder die Korrespondenz aufrecht erhielten.
Heute würde Bronner mittels Telefonie schnell von seinen Reiseetappen eine SMS an die Lieben in Wiesloch versenden. In damaliger Zeit ging die Korrespondenz nicht so einfach. Man schrieb sich Briefe, zuerst ohne Kuvert, aber das Briefblatt zu ebendiesem zusammengefaltet und mit Lack und Stempel versiegelt. Wer den Brief lesen wollte, musste das Siegel zerbrechen. Später kamen dann Kuverts, in die man seine Briefe stecken konnte, nachdem man sie mühsam, aber mit ausführlicher, blumiger und literarischer Liebe bei flackernden Licht mit der Feder hingekratzt und mit Streusand getrocknet hatte.
Das Großherzogtum Baden hatte bis 1851/52 die Posthoheit inne und die erste Briefmarke, „Freimarke“ genannt, gab es im gleichen Jahr jeweils für 1, 3, 6 oder 9 Kreuzer. Bayern hatte schon 1849 als erste Briefmarke in Deutschland, den „Schwarzen Einser“, eingeführt. Bis ungefähr 1850 konnten Nachrichten, Personen oder Güter nur mit menschlicher oder tierischer Muskelkraft transportiert werden. Die „Post“ ging also entweder mit Boten oder im Eilpostwagen vom Absender zum Adressaten. Die Mengenkapazität der Briefe war demnach begrenzt – das war aber nicht schlimm, denn nur die Oberschicht und das gebildete Bürgertum konnten lesen, schreiben und die Transportkosten bezahlen. Mit der Einrichtung der Eisenbahn änderte sich die Situation schlagartig. Der Wieslocher Posthalter David Greiff beklagte sich 1843 darüber, dass er aufgrund der neuen Eisenbahn jetzt nicht nur Personen, sondern vermehrt auch  die Post zur Bahnstation befördern musste. 1855 gab er dann dieses Gewerbe auf und übertrug den lästigen Dienst seinem Sohn Carl David. Ein weiteres „Übel“ kam hinzu, denn um 1860 begann die Geschichte der „Postkarte“ zeitgleich in Deutschland und Österreich. Man war empört: Ein Schriftverkehr, der in Form der „Korrespondenzkarte“ von jedermann mitgelesen werden konnte, da es sich um eine offene Karte anstatt eines gut verschlossenen Briefkuverts handelte! Man nannte dies „einfach unsittlich“.  Steigendes Kommunikationsbedürfnis und wachsende Reise-Mobilität verhalfen der preisgünstigeren Korrespondenzkarte, die schon bald zur „Bildpostkarte“ wurde, endgültig zum Sieg.
Bronners Zeitgenosse, der Komponist Franz Schubert (1797 – 1828) bringt das 1828 auf einen literarisch-musikalischen Punkt, was Johann Philipp Bronner 1840 am „eigen Leib“ verspüren musste: die Sehnsucht des Reisenden nach Weib und Familie in der Heimat. In dem Liederzyklus „Schwanengesang“ findet sich Johann Gabriel Seidels launig  vertontes Gedicht „Die Taubenpost“:

„Ich hab‘ eine Brieftaub/ in meinem Sold/ Die ist mir gar ergeben und treu/
Sie nimmt mir nie/ das Ziel zu kurz/Und fliegt auch nie vorbei/
Ich sende sie viel tausend mal/ auf Kundschaft täglich hinaus/
Vorbei an manchem lieben Ort/ Bis zu der Liebsten Haus/…/
Sie heißt – die Sehnsucht! Kennt ihr sie? / Die Botin treuen Sinns.“

Zu Brieftauben musste Bronner nicht greifen, als er zwischen dem 17. August und dem 16. Oktober 1840 seiner Frau Elisabetha schrieb: “ Ich war Gottlob immer gesund… Glücklich will ich mich dann in Deiner Nähe wieder fühlen… ich habe nun die Welt gesehen, ich kann jetzt mit Ruhe bei meiner Familie bleiben.“ (Quelle: s.o.)
Echte „Taubenpost“ eben, wenn auch auf Bronner’sche Art. Und wenn Bronner zur „Bildpostkarte“ hätte greifen können, welches Motiv hätte er dann wohl gewählt? Sicherlich hätte er seiner Familie und ganz besonders seiner Ehefrau eine üppige Rosen-Postkarte geschickt, war doch die Rose neben der Traube Bronners wahre Leidenschaft.

„Tristans Tod“ – Lesung mit Karin Hirn bei Bücher Dörner

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Am Freitag, 4. November, um 19.30 Uhr: Unsere Vorsitzende Karin Hirn ließt im neuen Ladengeschäft von Bücher Dörner in Wiesloch, Hauptstraße 84, aus ihrem neuen Buch „Tristans Tod – eine Reise nach Baden“.
In der badischen Provinz, zwischen stinkenden Gerbgruben und ratternden Dampfmaschinen, lebt hochherrschaftlich die reiche und angesehene Familie Steingoetter. Als Fabrikbesitzer und Clan-Chef Heinrich unter mysteriösen Umständen seinen Tod im Wald findet, ändert sich das Leben seiner Frau Anna schlagartig. Ihre beiden Söhne haben nicht die geringste Absicht, die Position des Vaters einzunehmen, lieber leben sie intensiv und sinnenfreudig in der Hauptstadt Karlsruhe. Anna Steingoetter übernimmt kurzerhand die Leitung des Unternehmens. Überraschend schleicht sich mit dem Besuch ihrer Nichte Philine aus der Schweiz eine neue Dimension in das Leben der Familienmitglieder.
Karin Hirn überträgt in ihrem neuen Roman das klassische Motiv von Tristan und lsolde in die Gründerzeit des 19. Jahrhunderts. Sie erzählt ­ nach realen Begebenheiten zwischen Heidelberg und Lausanne – eine berührende Geschichte über starke Frauen und die Macht von Liebe und Kunst vor der harten Alltagskulisse des Gerberhandwerks.
Der Eintritt ist frei und nach der Lesung lädt Uwe Dörner alle Anwesenden noch zu einem Glas Wein ein. Um Reservierung wird gebeten unter Tel. 06222-92090 oder info@buecher-doerner.de
Am Sonntag: Tag des offenen Denkmals

Am Sonntag: Tag des offenen Denkmals

Start ist um 11 Uhr beim Bronnerschen Gartenhaus

Der Kulturverein Johann Philipp Bronner beteiligt sich am „Tag des offenen Denkmals“ am 11. September mit gleich drei Veranstaltungen.

Auf dem „Alten Stadtfriedhof“ am Schillerpark kann man den ganzen Tag über die Grabmale von bekannten Wieslocher Bürgern des 19. Jahrhunderts besichtigen, die vom Bronnerverein in Zusammenarbeit mit Landesdenkmalamt, Stadt Wiesloch und engagierten Bürgern saniert wurden.

„Auf Bronners Spuren“ heißt die Tour, die um 11 Uhr mit musikalischer Begleitung von „Cantiamo Pronto“ am Bronnerschen Gartenhaus beginnt. Weiter geht es zum Rosengarten des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden (PZN), dann entlang des Maulbeerpfades über die Wilhelmshöhe bis zum Schillerpark, in dem Bronner begraben liegt. Weiter geht es zu seinem früheren Wohnhaus in der Innenstadt  an den Ort, wo seine erste Apotheke war. Zur geistigen Stärkung ist zwischendurch eine kleine Weinprobe geplant und der Verkostung von Rosenlikör.

Chinesische Teezeremonie

Um 16.30 Uhr können im „Bronnerschen Gartenhaus“ dann Besucherinnen und Besucher an einer Teezeremonie teilnehmen. Zu Gast ist Ursula Rimbach aus Bammental mit Beiträgen zur Traditionellen Chinesischen Medizin. Kostenbeiträge werden erhoben.

Weitere Informationen gibt es bei Karin Hirn, Telefon 0171-4107425, karin.hirn@yahoo.de.

Johann Philipp Bronner-Rose im PZN-Blumenladen „Thea“

Johann Philipp Bronner-Rose im PZN-Blumenladen „Thea“

Die exklusive Neuzüchtung blüht nur für Wiesloch

Frisch angereist aus der Gärtnerei des bayerischen Rosenzüchters Franz Wänninger, noch ein wenig scheu in die Kurpfälzer Sonne blinzelnd, ist die Neuzüchtung „Original Johann Philipp Bronner“ in der Weinstadt jetzt im freien Verkauf zu haben.

Die rosa gefüllte Container-Strauchrose, die bei guter Pflege durchaus Ambitionen zur Kletterrose zeigt, ist ab sofort im Laden der PZN-Gärtnerei „Thea“ für 24,50 Euro zu haben. Die Rose mit dem exklusiven Namen ist damit bundesweit in begrenzter Zahl von 40 Stück zunächst nur in Wiesloch erhältlich. Eine Anschaffung für alle Rosenliebhaber und ein schönes Geschenk für jene, die in der Fremde Sehnsucht nach einen „edlen Stück Wiesloch“ haben.

Die Rosen-Neuzüchtung geht auf eine Initiative des „Kulturverein Johann Philipp Bronner“ in Zusammenarbeit mit dem PZN und der Stadt Wiesloch zurück.

Bestellungen auch unter Telefon 06222/552178 oder gaertnerei@pzn-wiesloch.de

Ist die Weinstadt auf dem Weg zu einer Rosenstadt?

Oberbürgermeister Dirk Elkemann mit Amtskette, frisch ins hohe Amt eingeführt, überreicht Karin Hirn (links), Erste Vorsitzende des Kulturvereins Johann Philipp Bronner, unterstützt von Rosenmädchen Bianca Wegel eine Urkunde der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde. Darin wird die kostenlose Mitgliedschaft der Weinstadt für die Dauer eines Jahres bestätigt.
Oberbürgermeister Dirk Elkemann mit Amtskette, frisch ins hohe Amt eingeführt, überreicht Karin Hirn (links), Erste Vorsitzende des Kulturvereins Johann Philipp Bronner, unterstützt von Rosenmädchen Bianca Wegel eine Urkunde der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde. Darin wird die kostenlose Mitgliedschaft der Weinstadt für die Dauer eines Jahres bestätigt.

Bronnerverein sponsert Mitgliedschaft im Verein Deutscher Rosenfreunde

Die Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde (GRF) wird aktuell von Präsident Prof. Dr. Hans-Peter Mühlbach aus Uetersen geführt. Schatzmeister ist Peter Pfliegensdörfer aus Hemsbach, der auf Einladung  des Kulturvereins Johann Philipp Bronner schon öfter in Wiesloch weilte, u. a. vor Weihnachten bei der Einweihung des „Neuen Rosengartens“ im PZN. Die Geschäftsstelle befindet sich in Baden-Baden. Im Beirat der GRF befinden sich u. a. der Leiter des Gartenamts Baden-Baden, Vertreter des Rosariums Sangeshausen, des Parks der Insel Mainau, dem Rosengarten Zweibrücken und anderer Rosarien, wie früher die Rosengärten oft genannt wurden.

Zudem gehören der GRF über 40 Freundeskreise in ganz Deutschland an. Sie bieten auf regionaler Ebene Veranstaltungen zum Thema Rose an, organisieren Rosenschauen und beraten interessierte Garten- und Rosenfreunde sowie Städte und Gemeinden in Fragen der Rosenkunde und -pflanzung an geeigneten Standorten.

Einmal jährlich sind alle Vereinsmitglieder zum Rosenkongress geladen. Diese Veranstaltung findet an wechselnden Orten in Deutschland statt und dient immer auch dem Ziel, den Verein und sein Wirken in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Eine besondere Form der Öffentlichkeitsarbeit stellt die Verleihung des Ehrentitels „Rosenstadt“ bzw. „Rosendorf“ an Kommunen dar, in denen Rosen als prägender Bestandteil des Ortsbilds gepflegt werden.

Der Verein Deutscher Rosenfreunde (VDR) – seit 2007 Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde (GRF) – ist eine am 28. September 1883 in Hamburg gegründete Vereinigung von Rosenliebhabern mit Sitz in Baden-Baden. Gegenwärtig gehören ihr rund 9000 Mitglieder an. In der Satzung wird als Zweck des Vereins die Förderung der Rosenkultur, der Rosenforschung und der Rosenzucht genannt.

Die Vereinsaktivitäten bestehen aus Kongressen, Fachtagungen, dem „Kasseler Gespräch“, Foren, Rosenliteratur, Rosenreisen. Die GFR zeigt auch, wie facettenreich man mit der Rose als Kulturgut umgehen kann und gibt dazu Anregungen. Auch die wichtigsten Rosenzuchtbetriebe sind dort organisiert. Dazu gibt es die GRF-Stiftung, die im Dezember den Kulturverein Johann Philipp Bronner mit einer Spende unterstützt hat. Diese Mittel werden im Früjahr in die Anlage eines Rosengartens im Hospiz Agape einfließen.

Kulturdenkmal „Alter Stadtfriedhof“ nach fünf Jahren an Stadt übergeben

Kulturverein Bronner sammelte 64.000 Euro für Sanierung ein

In der Schilleranlage (von links): Rainer Göpferich, Klaus Rothenhöfer, Bürgermeister Ludwig Sauer, Steinmetz Daniel Wolf, Vereinsvorsitzende und Initiatorin Karin Hirn, Roger Wilms, Meinrad Singler vom Grünflächenamt und der ehemalige städtische Hochbauchef Karl Schweinfurth, der die ehrenamtliche Betreuung der Sanierungsarbeiten und die Finanzabwicklung übernommen hatte.
In der Schilleranlage (von links): Rainer Göpferich, Klaus Rothenhöfer, Bürgermeister Ludwig Sauer, Steinmetz Daniel Wolf, Vereinsvorsitzende und Initiatorin Karin Hirn, Roger Wilms, Meinrad Singler vom Grünflächenamt und der ehemalige städtische Hochbauchef Karl Schweinfurth, der die ehrenamtliche Betreuung der Sanierungsarbeiten und die Finanzabwicklung übernommen hatte.

Fünf Jahre lang hat sich der Kulturverein Johann Philipp Bronner engagiert und fantasievoll die Gestaltung des Kulturdenkmals „Alter Stadtfriedhof“ vorangetrieben. Inzwischen präsentieren sich die Grabsteine berühmter Wieslocher und Gedenksteine vereint und witterungsgeschützt umgeben von rankenden Rosen, dominierend der mächtige Sutor-Brunnen am südlichen Eingang der Schilleranlage. Dabei sind 64.000 Euro in die Sanierung der Steine und die Gestaltung der Anlage geflossen, dazu gerechnet noch etliche zehntausend Euro an ehrenamtlicher Arbeit der Mitglieder und Freiwilligkeitsleistungen des Städtischen Bauhofs. Der Löwenanteil dieser Summe setzt sich aus Geld- und Materialspenden in Höhe von rund 30.000 Euro, Zuschüssen des Landesdenkmalamtes von gut 21.000 Euro und städtischen Zuwendungen in Höhe von 13.000 Euro zusammen.
„Wir übergeben das Kulturdenkmal Alter Friedhof treu sorgend in die Hände der Stadt“, sagte Karin Hirn, die Vorsitzende des Kulturvereins zu Bürgermeister Ludwig Sauer kürzlich im Rahmen einer öffentlichen Übergabe. Am 1. November war die für fünf Jahre übernommene Pflegeverpflichtung erloschen.

Der Verein habe 2010 die Sanierung auf Bitte der Stadt in die Hand genommen. „Er ist dort eingesprungen, wo die Stadt Wiesloch infolge fehlender Haushaltsmittel diese Aufgabe weder übernehmen noch erfüllen konnte.

Ein Prunkstück ist das Friedensdenkmal des bekannten Karlsruher Bildhauers Emil Sutor (1888–1974).
Ein Prunkstück ist das Friedensdenkmal des bekannten Karlsruher Bildhauers Emil Sutor (1888–1974).

Hohe Wertschätzung für ihre Arbeit habe sie vom Regierungspräsidium erfahren, das sie inzwischen zur Gutachterin für Friedhofserhaltung bestellte.
Ludwig Sauer bedankte sich für die engagierte Arbeit des Vereins und vor allem seiner Vorsitzenden, die mit großer Energie dafür gesorgt habe, dass das Kulturdenkmal die jetzige Form angenommen habe. Bei der gegenwärtigen finanziellen Situation der Stadt wäre er sehr froh, es fänden sich noch mehr solcher Akteure, um all die „städtischen Schätze“ zu heben. Deshalb sein größter Wunsch: All diese Kreativen in Sachen Bronner einmal zusammen an einen Tisch zu bringen.

SPD-Stadtrat Klaus Rothenhöfer merkte an, dass die Anlage bei seinen Stadtführungen von Besuchern immer wieder als vorbildliches Bürgeregagement gesehen und gelobt werde.

Die Grabsteine von Wieslocher Persönlichkeiten waren jahrzehntelang Wind und Wetter ausgesetzt, entsprechend erbärmlich war ihr Zustand zu Beginn der Sanierungsarbeiten. In monatelanger Arbeit restaurierten die beiden Steinmetze Daniel Wolf und Birgit Dursy die Grabmale. Jetzt stehen sie vor Regen geschützt unter einem formschönen Dach aus Glas und Stahl.
Die Grabsteine von Wieslocher Persönlichkeiten waren jahrzehntelang Wind und Wetter ausgesetzt, entsprechend erbärmlich war ihr Zustand zu Beginn der Sanierungsarbeiten. In monatelanger Arbeit restaurierten die beiden Steinmetze Daniel Wolf und Birgit Dursy die Grabmale. Jetzt stehen sie vor Regen geschützt unter einem formschönen Dach aus Glas und Stahl.